Jacob Böhme deutscher Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph.

Jacob Böhme und seinem schöpferischen Tun näher zu sein, findet man viele Orte und Spuren seines Schaffens in Görlitz.

Die Geschichte eines unglaublichen

Mystikers und seiner Inspiration ist in der Stadt vielerorts zu spüren und lässt dem Interessierten Jacob Böhme Liebhaber dem Geiste Böhmes näher rücken.

 

 

 Name                                             Jakob Böhme

 Geboren                                         1575                               
 Geburtsort                                     Alt- Seidenberg, Görlitz
 Verstorben                                     1624 
 Todesort                                         Görlitz

 

 

 

 

 

Im Jahre 1575 wurde Jacob Böhme in Alt-Seidenberg bei Görlitz als dritter Sohn von fünf Kindern eines freien Bauerns, der auch Kirchenältester und Gerichhtsschöffe war,  geboren.In seiner Kindheit hatte Böhme mit einer schwachen Gesundheit zu kämpfen und konnte dafür eine gute Schulbildung erhalten anstatt sich auf dem elterlichen Hof zu verausgaben. Nach der Schulzeit ging er in die Lehre des Schuhmachers in Seidenberg. Seine zweijährige Wanderschaft als Geselle verbrachte er im Anschluß in der Oberlausitz, Schlesien und Böhmen. 1599 ließ er sich, als Meister seiner Zunft und Bürger,  in Görlitz nieder und erwarb eine Schuhbank am Untermarkt. Er heiratete am

10. Mai 1599 die Görlitzerin Katharina Kuntschmann.  Noch im gleichen Jahr erwarb sein erstes Haus in der damaligen Rabengasse -  heute auf der östlichen Uferseite in Zgorzelec zu finden (siehe "Erinnerungsorte").

Eine Vision im Jahre 1600 veränderte sein Leben, machte ihn nach zwölf Jahren des Nachdenkens und Studierens zum ersten deutschen Philosophen. Erst nach dieser Zeit war es ihm 1612 möglich das Werk "Morgenröte im Aufgang" (später lateinisch "Aurora" genannt) in Worte zu fassen und zu Papier zu bringen. Er verkaufte daraufhin seine Schuhbank, handelte mit Garnen und Leder. Der Oberpfarrer Gregor Richter bezeichnete Jacob Böhme 1620 als Ketzer,  als er die Schriften gelesen hatte, die ohne das Wissen des Autors von Karl Ender von Sercha in Abschriften in die Welt getragen wurden. Die Auseinandersetzungen mit Richter dauern an bis zu dessen Tod im August 1624.

Böhme erhielt 1613 ein Schreibverbot von der lutherisch-orthodoxen Geistlichkeit, doch schon 1619  nahm er das Schreiben wieder auf. So entstand  "De Tribus primcipiis oder Die Beschreibung der drei Prinzipen göttlichen Wesens". Ein interessiertes Publikum wartete schon auf neue Schriften, die es nur unter der Hand zu lesen gab.  Zwischen 1620 bis 1624 schrieb er  u.a. "Von dem dreifachen Leben des Menschen", "Vierzig Fragen von der Seelen", "Von der Menschwerdung Jesu Christi" (1620), "Sechs theosophische Punkte" (1621), "De signatura rerum, oder Von der Geburt und Bezeichnung aller Wesen" (1622), "Von der Gnadenwahl" (1623) und "Mysterium Magnum, Oder Erklärung über das Erste Buch Mosis" (1622/1623)". 1624 spitzten sich die Ereignisse zu, der Magistrat hatte auf Drängen Grogors Richters ein Urteil zu sprechen gegen Jacob Böhme. Es fiel milde aus, und es wurde ihm nahe gelegt, die Stadt für eine Weile zu verlassen. Das Bürgerrecht jedoch verlor er nicht. Seine schlesischen adeligen Verehrer konnten ihn im Frühsommer tatsächlich am Hofe des Kurfürsten in Dresden zu seinem Schutz unterbringen. Dort war seine wichtigste Kontaktperson der Hofalchemist und Leibarzt des Kurfüsten Benedikt Hinkelmann. Selbst bei Hofe liessen sich seine Schriften finden. Als er im Juli den Hof wieder verlassen mußte, macht er sich mit seiner Frau wieder auf die kräftezehrenden Reisen zum Lebensunterhalt. Am 7. November kommt er aus Schlesien eben von solch einer nach Görlitz krank zurück und stirbt daraufhin am 17. November 1624. Sein Grab ist noch heute auf dem Nikolaifriedhof in Görlitz zu finden.

 

 

„Ich vergleiche die ganze Philosophie,

 Theologie und Astrologie samt deren   Mutter einem köstlichen Baum,

 der in einem schönen Lustgarten wächst.“

  

Jacob Böhmes erster Satz

 seines ersten Werks "Aurora"

„Es kann ein Mensch im ganzen Lauf seiner Zeit in dieser Welt nichts fürnehmen, dass ihm nützlicher und nötiger sei als dieses,

 dass er sich recht lerne erkennen,

 

 1. was er sei,

 2. woraus oder von wem,

 3. wozu er geschaffen worden, und

 4. was sein Bestimmung sei.“